Ergänzender Kommentar zum projektierten „Industriegebiet Ost“ auch als „Energiepark Göllheim mit `Bio`gasanlage“ bezeichnet

 

Die neu vorgestellten Pläne zum „Energiepark Göllheim“ von Vertretern der Firma JuWi erscheinen für den Außenstehenden auf den ersten Blick überzeugend –  

„C02 wird eingespart“..., „lediglich die Verlagerung von Stoffströmen" wird als Nachteil gennannt (Begriff wird nachfolgend erklärt) – ein deutschlandweites Novum, so von Seiten der Presse und Juwi selbst propagiert.

 

Was verbirgt sich dahinter?

 

Die Anwälte der Ortsgemeinde Göllheim als auch von Seiten der Juwi Holding AG haben nach Einsichtnahme, der durch die Ortsgemeinde Lautersheim eingereichten Normenkontrollklage beim Oberverwaltungsgericht in Koblenz gemerkt, dass diese Klage eventuell doch von Erfolg gekrönt sein könnte.  

Ein solches Signal bzw. dessen Ausgang musste unbedingt vermieden werden.

 

Also überlegte man sich wie man diesen „worst case“ geschickt aus dem Weg gehen könnte und zugleich vielen Kritiker des Anlageprojektes „Wind aus den Segeln“ nehmen kann. [Ungefähr zeitgleichließ man aber die Kritiker auch im guten Glauben, man könne im Bezug auf dieprojektierte Agromethangasanlage noch zu einer adäquaten Einigunggelangen  ( Wir berichteten: „So antwortete die Anwaltskanzlei Maslaton, welche die Ortsgemeinde Göllheim, beim Oberverwaltungsgericht in Koblenz vertritt, den Klägern (…)  

Es sei zu erwarten, dass sich massive Änderungen, bzw. ggf. sogar der Wegfall des Streitgegenstandes (Agromethangasanlage) ergeben könnten. (…) “)]

Soweit zumindest unsere Einschätzungen...

 

Diese ganzen Konstellationen führten dazu,dass ein neuer Bebauungsplan aufgestellt wurde. Bei den neuen Plänenvergrößerte und ergänzte man die Methangasanlage sogar:

 

Was letztlich gegenüber der ursprünglichen Planung verändert wurde, ist ein um 5000 Tonnen pro Jahr erhöhter Bedarf an Pflanzensubstrat (NawaRo), welches die benötigte Ackerfläche selbstverständlich vergrößert und den Verkehr erhöht.

Durch den Wegfall von zwei Fermentern werden die verblebenden im Durchmesser vergößert und wachsen mit den Kuppeln auf bis ca.15 Meter Höhe.    

Zusätzlich soll eine Windkraftanlage (Versuchsanlage zur Gaserzeugung) und eine Anlage zur Trockeneisproduktion errichtet werden.*

 

Der Bevölkerung verkauft man dieses Bauprojekt als Novum in der Geschichte Deutschlands und propagiert einen Energiepark im einstigen landwirtschaftlichen Vorranggebiet, welcher allen nur Vorteile bringt, man wirbt beispielsweise auf der letzten Gemeinderatssitzungmit „ mittelfristig billigerem Strom für Göllheimer Bürger durch geringere zuerwartende Steigerungsraten", belegt dieses aber nicht mit Fakten bzw. spricht ganz allgemein von der Möglichkeit der Renditeerzielung durchfinanzielle Beteiligung von Göllheimer Bürgern an diesem Projekt u.s.f.“

 

Fakt ist, dass diese „Bio“gasanlage, schlichtweg nichts mit der positiven Intention „bio“ zu tun hat – dies führtschlichtweg in die Irre, ebenso ist diese Anlage in keinster Weise für die Methangaserzeugung durch Windkraft notwendig,  sondern lediglich eine Möglichkeit.  

Die Aussage von der 'Biogasanlage' als 'Herzstück des gepl. Energieparks',  suggeriert nur, das ebensolche Methangasanlage für die Windgaserzeugung unabdinglich wäre. 

Das ebenfalls von JuWi propagierte Ausdruck„ Verlagerung von Stoffströmen“ als Nachteil der "Biogasanlage" ist eine milde Umschreibung für massiv auftretenden Schwerlastverkehr und jeglicheandere Verschiebungen von Substanzen von „A nach B“ – dies ist ein „Unwort“ und zeigt ein Mal mehr den Versuch einer subtilen Irreführung des Unternehmens!

 

In der Zwischenzeit müsste es wohl fast jedem, der sich mit dieser Thematik beschäftigt hat klar geworden sein, dass man die Energiewende nicht mit solchen Anlagen herbeiführen kann. Auch das vorgeschobene Argument der Grundlastfähigkeit * solcher 'Biogas-Anlagen' ist allein schon wegen des riesigen Bedarfs an Ackerfläche und der damit verbunden Ineffizienz nicht tragbar.

Diese Pläne werden nur aufrecht gehalten, weil unsere Bundesregierung die Fehlentwicklung der Subventionierung solcher Anlagen (zu Lasten des Steuerzahlers) noch nicht gestoppt hat, da wohl u.a. die Einflussnahme wegen 'Besitzstandwahrung' durch die „Bio“gaslobby bereits enorm gestiegen ist…

 

Was bedeutet das für Göllheim und seine umliegenden Ortsgemeinden?

 

Die 'Biogasanlage' soll auf jeden Fall gebaut werden, so die Göllheimer Entscheidungsträger – ein Industriegebiet Ost, wie von uns bereits vor einem Jahr auf einer Infoveranstaltung vorausgesehen – soll zwischen Göllheim, Kerzenheim, Lautersheim, Biedesheim und Rüssingen entstehen – die Negativauswirkungen werden, wenn eine solche Anlage erst einmal steht, nicht weg zu diskutieren sein!

Im Nachhinein werden viele Menschen über Sinn und Unsinn dieses Baus reden, aber jetzt ist noch Zeit etwas dagegen zu tun!

 

Deshalb unser Appell:

 

„Liebe Bürgerinnen und Bürger von Göllheim, Kerzenheim, Lautersheim, Biedesheim und Rüssingen schauen Sie sich die neuen Bebauungspläne an, beschäftigen Sie sich mit der Problematik der "NawaRo -Biogasanlagen" (u.a. Vergären einjähriger Ackerpflanzen, welche der Futter- u. Lebensmittelproduktion nicht mehr zur Verfügung stehen) und stehen Sie auf und tun Sie etwas (erheben Sie Einspruch) gegen diesen neuen Bebauungsplan und die Vorhaben unserer Verwaltung!"  

 


Koch / Waltgenbach, Progoellheim

 

 

* Anmerkung Progoellheims zum "Argument" ungelöster Speicherfragen:   

Rückenwind für die Energiewende -  Windkraft ist speicherbar!         

Die sinnvolle Alternative zum Energiepflanzenanbau für      

    

NawaRo-"Bio"gasanlagen:               proWindgas von Greenpeace Energie