Kommentar Progoellheims zur  Stellungnahmedes SPD Bundestagsabgeordneten Herrn Herzog in der Rheinpfalz, der Donnersberger Rundschau vom 1.7.2011:

„Nicht nur Anderen Beitrag abverlangen”

Die Stellungnahme von Herrn Herzog zur geplanten Methangasanlage in Göllheim finden wir, gelinde gesagt, 'äußerst enttäuschend', vor allem deshalb, weil sie eine Vielzahl an unkonkreten Gemeinplätzen enthält, nicht etwa weil Herr Herzog eine gegensätzliche Meinung vertritt.

 

Der Reihe nach: Zu Anfang der Stellungnahme gleich, eine, der leider mittlerweile üblichen Unterstellungen bezüglichder Beweggründe des Widerstandes gegen die Göllheimer Anlage.

Daraufhin, direkt im folgenden Satz, "...der Zweifel an der Bereitschaft zum sachlichen Dialog..." - auf Seiten der Gegner – , nach der vorangegangenen Unterstellung schier unglaublich, wie wir finden.

 

Danach der Ausspruch: "Wer unser Land energiepolitisch auf Vordermann bringen will, kann dies nicht nur von anderen Regionen verlangen"

- diese Argromethangasanlage, mit dieser Art der Beschickung, mitten in einem landwirtschaftlichen Vorranggebiet, von anderen Regionen zu verlangen, käme uns in der Tat nicht in den Sinn.

 

Über seine Einschätzung zu den gesundheitlichen Risiken der Anlagen möchten wir uns hier nicht äußern, da es im Gegensatz zu manch anderen nicht unser Stil ist, mit spekulativen Unterstellungen Stimmung zu machen.

 

Herr Herzog spricht im nächsten Absatz von:

a) "...Verantwortung für die künftigen Generationen..." *,

- das sehen wir auch so, gerade im Hinblick auf die weltweite, momentane, nicht nur zukünftige, prekäre Ernährungssituation mit Schwund an Ackerflächen weltweit...

 

b) "...Schonung der nur endlich vorhandenen Rohstoffe..."

- genau unser Standpunkt, nur wird leider die Tatsache übersehen, das Ackerboden eine ebenfalls endliche, nicht vermehrbare Ressource darstellt, die in den vergangenen 30 Jahren um 50.000 Qudratkilometer weltweit abgenommen hat, weswegen ein solcher Flächenverbrauch, für einen solch geringen elektrischen 'Ertrag', nicht zu verantworten ist.

 

c)"...elektrischen Strom ökologisch verantwortlicher zu erzeugen..."

- das sehen wir genauso, genaudeswegen fragen wir uns, wieso 650 ha wertvoller Ackerfläche, davon mindestens 350 ha Energiemais, plus 4000 Transporte a 16 Tonnen, die pro Jahr benötigt werden, um lediglich 1,5 MW elektrische Leistung zu erzielen, ökologisch genannt werden können?

 

Vergl.: eine moderne Windkraftanlage mit durchschnittlich 3-5 MW elektrischer Leistung, die größten aktuell sogar bis 7,4 MW (E126), hat einem Flächenverbrauch von lediglich 0,2 Hektar, einen wesentlich geringeren Eigenenergieverbrauch und benötigt keine permanenten Transporte.    

 

Vergl.: den Wirkungsgrad: die sogenannte Biogasanlage in Göllheim besitzt einen Wirkungsgrad von unter 0,5 Prozent, im Vergleich zu einem Solarpanel mit 25 Prozent. 

 

NawaRo-Anlagen dieser Art sind nicht zukunftsfähig, da zu teuer, ineffizient, ökölogisch nicht sinnvoll und blockieren wertvolle 

 

 

Ackerflächen, sind daher ethisch äußerst fragwürdig, treiben die Pachtpreise in die Höhe und leiten wichtige Steuersubventionen fürdie Förderung zukunftsträchtiger Techniken, wie etwa bodennahe Geothermie für Landwirte oder der Erzeugung von Methangas direkt aus Windkraft *, usf.

Kompromisse müssen Sinn machen - sinnlose Opfer sind schädlich!

 

Gegen kleinere "gängige Anlagen", die vorwiegend mit Reststoffen also sekundärer Biomasse, Schwachholz und Grünschnittresten beschickt werden, wie Greenpeace und viele andere Naturschutzorganisationen dieses fordern und die diesen Namen auch verdienen, haben wir indessen nicht das geringste.

(vgl. den aktuellen Beitrag der Grünen-Kreisvorsitzenden aus Kaiserslautern Frau Dr. Freia Jung – Klein)

 

Abschließend möchten wir nochbemerken, das mit Sicherheit nicht alle Bürger aus Enkenbach – Alsenborn, die Äußerungen Herrn Herzogs zum Krematoriumsbau, bzw der geplanten 'Bio'gasanlage dort als so positiv empfinden werden, wie er selbst, bzw. auf Argumente warten und nicht auf irgend welche Allgemeinplätze und Unterstellungen.

 

Übrigens, da Herr Herzog und die Lokalredaktion vergessen haben es zu erwähnen: - die Krottelbacher Bürgerinitiative hat die dort geplante 'Bio'gasanlage verhindert!

 

 

Koch / Waltgenbach, Progoellheim

 

 

* Anmerkung Progoellheims zum "Argument" ungelöster Speicherfragen:   

Rückenwind für die Energiewende -  Windkraft ist speicherbar! 

Die sinnvolle Alternative zum Energiepflanzenanbau für  

NawaRo-"Bio"gasanlagen:   proWindgas von Greenpeace Energie