Weisse Salbe, Nebelkerzen, Worthülsen  –

umweltpolitisch und ethisch katastrophal...

 

[Kommentar Progoellheims zum 'Bürgerbrief' NawaRo-'Bio'gasanlage]

Hinweis: Dieser Kommentar lag auch den Rheinpfalzredaktionen als Leserbrief vor - von einer Veröffentlichung wurde von Seiten der Redaktion bis dato abgesehen...warum wohl?! 

 

Darüber steht 'Bürgerbrief...', darin steht argumentativ de fakto nichts Überzeugendes, außer Rhetorik und Schlagworten wie 'Priorität dezentraler Energieversorgung angesichts 

 ungelöster Transport und Speicherfragen'    * 

oder 'planungsrechtlicher Möglichkeiten'.

 

Frei übersetzt:  

Wir nehmen die Bedenken der Bürger so ernst, dass wir die NawaRo-'Bio'gasanlage jetzt erst recht bauen wollen - mit zusätzlichen 5000 Tonnen 'Biomasse' 

per Anno (hier: Lebensmittel und Futterpflanzen – keine sekundäre wie Restholz oder Grünschnittreste) mehr als ursprünglich geplant, trotz immenser Nachteile, wie:

 

Der 'Versiegelung' von Lebensmittelproduktionsflächen,  

0,5%igem Wirkungsgrad, enormen Umweltproblemen, Verkehrsbelastung, mittelfristiger Grundwasserbelastung durch höheren Düngemitteleinsatz, etc... untermauert von vielen Studien seriöser wissenschaftlicher Institute (u.a. z.B. der 'Leopoldina', dem ältesten wissenschaftlichen Institut Deutschlands).  

(vgl. ebenso: unseren Kommentar vor ca. einem Jahr: "Bio"gasanlage lockt SWR Fernsehen...) 

   

Das Ganze wird einfach wolkig mit "der Speicherfähigkeit von Biomasse und dezentraler Energieversorgung" begündet,  

(geht z.B. mit 'Windgas'-Anlagen auch und ist längst nicht so problembehaftet, allein die tausende Liter Diesel fossiler Energie, die jährlich für Transport, Ernte, und Ausbringung der Gärreste benötigt werden in der Wirkungsgradberechnung noch nicht einmal eingerechnet einfließen würden).

 

Zusätzlich wird noch das erneuerbare Energiengesetz angeführt, mittlerweile berüchtigt für seine Überförderung und Fehlsteuerung,

in Sachen erneuerbarer Energien auch im Hinblick z.B. auf den irrwitzig steigenden Strompreis.

 

Dass die 'Bedenken der Gegner ernst genommen werden', wird als blanker Hohn empfunden, ernst genommen wird hier aus unserer Sicht nur das eine – die Profitinteressen einiger weniger – zu Ungunsten aller anderen..., passiert überall und täglich, aber die Tatsache:  

Lebens- und Futtermittel zu Energie umzunutzen, bei aktuell  

870 Millionen hungernder Menschen weltweit, überschreitet so  

viele Ethikgrenzen, dass man einfach nicht wegschauen darf und verdient vor allem soviel Respekt dass man diese Tatsache, nicht noch als rethorisches Mittel zur Vernebelung einsetzen kann!

 

Wir fordern deshalb endlich das urdemokratische Recht auf eine anonyme Bürgerbefragung zum Bau der Anlage, in Göllheim und den umliegenden Gemeinden, ein!

 

 

Koch / Waltgenbach, Progoellheim, 27.11.2011  

 

 

* Anmerkung Progoellheims zum "Argument" ungelöster Speicherfragen:   

Rückenwind für die Energiewende -  Windkraft ist speicherbar! 

Die sinnvolle Alternative zum Energiepflanzenanbau für  

NawaRo-"Bio"gasanlagen:   proWindgas von Greenpeace Energie

 

 

Die Prognose vom "nachlassendem Widerstand" wurde mit 784 Einsprüchen allein aus  Göllheim eindruckvoll ad absurdum geführt - klares Votum der Göllheimer gegen die NawaRo-"Bio"gasanlage!  

 

Ein eindeutiges Votum an die Verantwortlichen das Projekt NawaRo-Agromethangasfabrik Göllheim endlich ad akta zu legen!

...siehe auch unten... 

 


Einspruchzahl der Göllheimer verdreifacht!

 

Gestern wurden 1638 Einsprüche, allein 765 von Göllheimer Bürgern, gesammelt von Vertretern der Bürgerinitiative Durchblick und Progoellheim, offiziell an die Verbandsgemeindeverwaltung Göllheim übergeben.

 

Die letztgültige Anzahl, liegt jedoch noch um einiges höher, da  Widersprüche auch privat abgegeben wurden.
 

Gleichzeitig mit Abgabe der Einsprüche wurde ein Antrag mit insgesamt 408 Unterschriften von Göllheimer Bürgerinnen und Bürgern, auf Durchführung einer amtlichen Einwohnerbefragung gestellt vgl. Lautersheim. 

 

Die Befragung in Lautersheim zeigt, dass diese Form der Bürgerbeteiligung auf großen Zuspruch in der Bevölkerung stößt.

Aus diesem Grund wären solche Befragungen in Göllheim und den umliegenden Gemeinden nötig und überfällig!

 

Ebenso muss gesagt werden, dass bei der Einordnung der Herkunft der Einsprüche nicht die VG-Grenzen eine Rolle spielen sollten, sondern der 15 km Anlieferungsradius um die geplante Anlage herum. 

 

Es kann nicht sein, dass Einsprüche aus Kerzenheim, Eisenberg, Ebertsheim oder Quirnheim, alle maximal 5 km von der Anlage entfernt, mit der Bemerkung "nicht aus der VG Göllheim" abgewertet werden!

 

Abschließend bleibt festzuhalten:

 

1. Der Widerstand gegen diese Agromethangasanlage ist groß und nimmt immer mehr zu, da der ethische Sprengstoff der Hungerproblematik (http://www.spiegel.tv/filme/geschaeft-mit-hunger) immer mehr Bürgern bewußt wird, darüber hinaus werden die Fehlbarkeiten dieser NawaRo-Agromethangastechnologie immer deutlicher, auch das zeigt die hohe Einspruchzahl aus Göllheim.

 

2. Nur eine amtliche, geheime Bürgerbefragung zeigt den wirklichen Willen des Bürgers! Wenn also ein Antrag vorliegt, warum wird diese in Göllheim nicht durchgeführt?! 

 

3. Selbst die Firma Juwi hat nach bisher unbestätigten Berichten erkannt, dass die Energiegewinnung aus primärer Biomasse (Energiepflanzen) eine Sackgasse ist.  

Demzufolge werden keine weiteren NawaRo-"Bio“gasanlagen mehr geplant, man verlagert die Ausrichtung auf Reststoffe (sekundäre Biomasse).

 

Progoellheim