Nachfolgend kommentieren wir das Rheinpfalz-Interview mit dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Göllheim vom 09.02.2013, mit dem Titel:

"Das Thema des Jahres ist die Energiewende"

Progoellheim: Energiewende ja, aber ohne Umweltzerstörung und ethische Verfehlungen wie die NawaRo-„Bio“gasanlage!   

 

Vorabschicken möchten wir folgende Äußerungen Herrn Magsigs aus der jüngeren Vergangenheit:

 

Noch vor den Kommunalwahlen äußerte sich Herr Magsig recht zurückhaltend zur „Flächenversieglung“ von Ackerflächen:  

Auf die Frage, ob man 250 Hektar für 25 Prozent Solarstrom vertreten könne antwortete er mit folgender Gegenfrage:  

“Haben wir solch große Flächen, die für eine solche Nutzung auch zur Verfügung stehen? Oder ist es nicht zu vertreten, landwirtschaftlich hochwertige Flächen für solche Zwecke zu ‘opfern’?” (...) Auf die Frage, ob er Ackerflächen für "Bio"gasanlagen befürworte, antwortete er:  Dies sei auch eine “ethisch-moralische” Frage! 

Auf die Frage nach der zu vertretenden Anzahl an Windkraftanlagen äußerte sich Herr Magsig folgendermaßen:  

"Allerdings halte ich die Frage der Beeinträchtigung der betroffenen Bevölkerung für äußerst wesentlich (…)  

Ein wesentlicher Gesichtspunkt ist aus meiner Sicht auch die touristische Frage.”  

(Quelle: http://blog.100-prozent-erneuerbar.de/wordpress/2009/06/06/925/  - Sonderbeilage Donnersberg)

 

Zum damaligen Zeitpunkt führte Herr Magsig noch die Beeinträchtigung betroffener Bürgerinnen und Bürger an, ebenso die Beeinflussung des Fremdenverkehrs…!  

Wie Herr Magsig das heute sieht und was wir darüber denken, können Sie in den folgenden kommentierten Auszügen des Rheinpfalz-Interviews nachlesen...   

 

Vorwort Progoellheims: Ohne Rücksicht auf die Interessen  

(Bürgerbefragung, Einwände) vieler Bürgerinnen und Bürger, ohne Beachtung wissenschaftlicher Studien (z.B. Leopoldina Studie), ohne die Beachtung bundesweiter Tendenzen [ Die Biogas-Branche hat enorme Probleme! Der Zubau 2012 lag unter 300 Anlagen. Verglichen mit dem Vorjahr (über 1000 Anlagen) ist das eine Vollbremsung.] und ohne die Beachtung klimatischer Risiken und Naturzerstörung wird in Göllheim unter dem Deckmantel der Energiewende das höchst fragliche Projekt NawaRo-"Bio"gasanlage weiterhin verfolgt.

 

Es folgen Auszüge aus dem Rheinpfalz-Interview mit Herrn Klaus-Dieter Magsig. (das komplette Interview finden Sie hier)

 

Hartmetz: Vielen Bürgern gehen die Pläne – nicht nur der

VG Göllheim – zu weit. Sie wollen nicht, dass auf jeder Anhöhe Windräder stehen und fürchten die Folgen für das Landschaftsbild...  

VG-Chef Magsig: Das wollen wir auch nicht, deshalb gibt es bei uns ja eine abgestimmte Gesamtplanung. Ob Windräder per se zu Einbußen im Fremdenverkehr führen, ist nicht nachgewiesen. Das Landschaftsbild ist ja nicht nur durch Windräder beeinträchtigt, sondern zum Beispiel auch durch Straßen. Bei Windkraftanlagen habe ich schon deshalb keine großen Bedenken, weil sich das alles leicht zurückbauen lässt. Ganz wichtig aus heutiger Sicht ist der naturschutzrechtliche Ausgleich. Da haben wir von Anfang an dafür gesorgt, dass alle betroffenen Verbände mit im Boot sitzen, das steht ganz oben auf unserer Liste. Ziel für uns ist der naturschutzrechtliche Aspekt – die Natur muss geschont werden. Wir wollen aber auch dafür sorgen, dass der Landwirtschaft keine Flächen verloren gehen,  und deshalb liegt unser Schwerpunkt auf Ausgleichsflächen, die einerseits für die Landwirtschaft relativ uninteressant sind, aber andererseits Potenzial für Naturräume darstellen.  

Ich denke, dass wir da insgesamt betrachtet auf einem sehr guten Weg sind.  

 

Progoellheim: Lassen sich die benötigten Zufahrtsschneisen für den Bau der Windkraftanlagen durch den Pfälzer Wald auch wieder 'so leicht'  zurückbauen?  

...Beinhaltet die "abgestimmte Gesamtplanung" auch die schrittweise Ausweitung der Anbauflächen für die NawaRo-Methangasanlage von 650 auf mittlerweile 1000 Hektar, sowie den Anlieferungsradius  von  5 km auf 15 km?

Die Verspargelung des sensiblen Landschaftsbildes des Pfälzer Waldes, sowie anderer Schlüssel-Fremdenverkehrsmagneten, bedürfen keiner Nachweise der Beeinträchtigung, da sie mehr als auf der Hand liegen, dazu auch folgende Fotos.

Zu der Verbandsabsprache: POLLICHIA, NABU, Jagdverband... werden diese Einschätzung wohl schwerlich teilen, und vor allem die Bürgerinteressen bleiben zu 99,9 % außen vor s.a. Leserkommentare.

Zur Äußerung  "die Natur muss geschont werden":  

Bodenerosion, Vernichtung des Bodenbrüters Feldlerche, Zerstörung des Lebensraums des Feldhamsters, Flächenüberdüngung durch den 'Starkzehrer' Mais – mit der Langzeitfolge Grundwasser-Eutrophierung, sind nicht naturschonend!

Zur Äußerung "Ausgleichsflächen": Flächenverluste für wertvolle Ackerflächen zum Lebensmittelanbau sind nicht zu verhindern!!! 

Die projektierte NawaRo-Methangasanlage in Göllheim versiegelt  

10 Quadratkilometer (!) bestes Ackerland, welches der Lebensmittelproduktion von umgerechnet 15.000 Menschen dienen kann. Ein Windrad mit dem gleichen Energieoutput an einem richtigen Standort benötigt dafür lediglich 400 m² Fläche.

 

Hinweis: Die Preise für Grundnahrungsmittel stiegen von 2002 - 2012 um 164,3 %  -  auch durch Flächenumnutzung von Lebensmittel zur Energieerzeugung.  

(Quelle: FAO, Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen)

 

Hartmetz: Solaranlagen sind in der VG Göllheim ja nicht geplant, oder?  

VG-Chef Magsig: Geeignete Flächen wären zwar da, aber Aspekte des Landschaftsbildes und die Qualität der Böden stehen dem entgegen. Deswegen werden wir das aus dem Flächennutzungsplan auch wieder herausnehmen.  

 

Progoellheim: Wir stellen fest: Die NawaRo-"Bio"gasanlage verbraucht ca. 50 mal mehr Fläche als die sowieso schon sehr flächenintensive Freiflächenphotovoltaik für den gleichen Energieoutput, demzufolge ist die Streichung der "Bio"gasanlage aus dem Flächennutzungsplan 50 mal dringlicher!!!

Schenkt man diesen Worten Glauben, so müsste Herr Magsig diese Kriterien auch auf die NawaRo-„Bio“gasanlage anwenden!

 

Hartmetz: Wie steht es mit dem Thema Biogas?  

VG-Chef Magsig: Was Göllheim angeht, warten wir die Entscheidung des Gemeinderats ab. Ich gehe nicht davon aus, dass die Gegner der Anlage eine Chance haben, diese zu verhindern.  

 

Progoellheim: ...das Verfahren zur Normenkontrolle, ist unserer Informationslage nach, keineswegs vom Tisch - der Bürgerprotest auch nicht!  

 

Hartmetz: Was ärgert Sie?  

VG-Chef Magsig: Vor allem unsachliche Politik. Auch falsch verstandenes Demokratieverständnis wir leben nun mal in einer parlamentarischen Demokratie. (Anmerkung Progoellheims: zeitnah folgt zu diesem Thema ein gesonderter Artikel von uns) Bei allem Streit in der Sache sollten wir sachlich bleiben. Persönlich geärgert haben mich anonyme Vorwürfe auf der Internetplattform der Gegner der Biogasanlage Göllheim gegen mich und Ortsbürgermeister Hartmüller, die erstens völlig an den Haaren herbeigezogen waren und zweitens weder mit Fakten bewiesen noch zurückgenommen wurden. Aber damit muss man wohl leben.

 

Progoellheim: Lieber Herr Magsig, zunächst Danke, dass Sie ebenfalls zu einem unserer mittlerweile monatlich zwischen 4000 und 5000 Besuchern gehören. Wir bedauern nur, dass sie selbst anonym kritisieren ohne den Namen unserer Website: www.progoellheim.eu  :) zu nennen.

Wir selbst mussten etwas nachdenken, bis wir darauf gekommen sind, auf welchen anonymen Beitrag Sie sich vermutlich beziehen. An dieser Stelle müssen wir Sie korrigieren, es handelt sich lediglich um einen einzigen Eintrag in unserem Gästebuch und nicht um mehrere Einträge!

Dieser hat jedoch mit persönlichen Vorwürfen nichts zu tun, sondern es handelt sich dabei lediglich um eine Meinungsäußerung - von einem Vorwurf kann jedoch keine Rede sein.  

 

Fazit: Von planerischer Kompetenz kann nach Lesen dieses Interviews, unserer Meinung nach, keine Rede sein, vor allem solange diese unsäglich-ineffiziente, zutiefst unethische, absolut naturzerstörerische, das Landschaftsbild verunstaltende, die Lebensqualität beschneidende NawRo-Methangasanlage projektiert wird!

 

Koch / Waltgenbach, Progoellheim

 

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Donnersberger Rundschau
Ausgabe: Nr.34
Datum: Samstag, den 09. Februar 2013
Seite: Nr.14
"Deep-Link"-Referenznummer: '91_8140482'
Präsentiert durch DIE RHEINPFALZ Web:digiPaper

 

 

Hinweis: Wer das komplette Rheinpfalz-Interview lesen möchte  

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