Göllheimer Agromethangasanlage auf der Kippe!

Was vor gut ein bis zwei Jahren für manche – uns ausgenommen - noch undenkbar schien, traut sich nun – kurz vor den Kommunalwahlen (Warum wohl?) - keiner laut auszusprechen:

Die Göllheimer Agromethangasanlage steht auf der Kippe!

Sollten die bundespolitischen EEG-Einsparungspläne für
 

NawaRo-Methangasanlagen so wie es die derzeitigen Pläne vorsehen umgesetzt werden - und daran zweifelt zum jetzigen Zeitpunkt kaum noch jemand – dann wird es  

KEINE Agromethangasanlage Göllheim geben!

Denn ein Betrieb mit nachwachsenden Rohstoffen, kurz: NawaRos, wäre durch die bevorstehenden Änderungen des EEG (Kürzung der Förderung) nicht mehr wirtschaftlich und war es am Rande bemerkt auch noch nie – Stichwort: ineffizienteste regenerative Energiegewinnung plus Manko: Landfraß und seine verherenden Folgen (Preisdruck auf Grundnahrungsmittel gerade in Schwellen- und Entwicklungsländern (wir berichten eingehend).

Informationen zufolge hat die Betreiberfirma JUWI (Wörrstadt) bereits den kompletten Ausstieg aus dem  Arbeitsgebiet 'Bio'gas beschlossen.
Der juwische 'Bio'gaszweig soll sich bereits in der Auflösung befinden.
Für diese von offizieller Seite bisher noch unbestätigte Meldung spricht auch, dass man auf der Internetseite des Unternehmens den Bereich "'Bio'energie" bereits nicht mehr aufrufen kann.
Erste aktuelle Rückzugsmeldungen von einst konkreten juwischen Bauvorhaben liegen bereits vor – vgl. z.B. 'Paukenschlag in Florstadt: Die Biogasanlage wird nicht gebaut!“


In der letzten Presseinfo Juwi's, veröffentlicht in der Rheinpfalz vor wenigen Tagen, hat die Juwi 'Bio' GmbH erstmals eingeräumt, dass sie die Änderungen des EEG  "in die Planungen der Anlage Göllheim einfließen werden lassen".
Diese  Aussage interpretieren wir folgendermaßen:

a) Die Anlage kann nicht mehr realisiert werden, da sie nach derzeitigem Planungsstand unrentabel (Änderung der EEG-Förderung) wäre.

oder:

b) Die Verantwortlichen entschließen sich die Anlage in eine abfallverwertende Methangasanlage umzuwandeln (Methangasanlage mit Abfallstoffen betrieben, bsp. mit Inhalt der braune Tonne *), was zur Folge haben würde, dass Ortsbürgermeister Hartmüller, als auch die Juwi-Verantwortlichen ihr einst dem Bürger gegebenes Versprechen, dass es keine Abfallvergärung in Göllheim geben werde, brechen würden.  
Auch wäre der immer wieder hervorgehobene Standortfaktor der Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben. An dieser Stelle sei eine Frage an die kommunalpolitisch, auch kreispolitisch Verantwortlichen erlaubt:
Wie viel Industriegebiete bzw. Industrie muss es noch in und um Göllheim geben? ...Wieviel Industriebelastung soll den Bürgerinnen und Bürgern Göllheims und Umgebung noch zugemutet werden?

Möglicherweise wird Variante b) bereits seit längerer Zeit von den politischen Verursachern in Erwägung gezogen, deshalb hüllt man sich auch in Schweigen, wenn es um so ein brisantes Thema so kurz vor den Wahlen geht...?!

Nun zu den Gemeindevertretern Göllheims und dem derzeitigen Ortsbürgermeister, welche nun alle vor den anstehenden Wahlen für Ihre 'Bären-Dienste' der letzten Legislaturperiode am Wochenende im Amt bestätigt werden möchten:

Wie im letzten Rheinpfalzartikel berichtet wurde, so müssen (falls das Bauvorhaben überhaupt aufrecht erhalten wird), nach einem Bundesverwaltungsgerichtsurteil, die Pläne für die NawaRo-Methangasanlage Göllheim, nochmals offengelegt und neu abgewogen werden.

Dass die ggf. anschließende Abwägung durch den zukünftigen neuen Gemeindrat reine Formalie sei, wie von Herrn Hartmüller in der letzten Gemeinderatssitzung angekündigt, ist reines Wunschdenken.
Denn in der Zwischenzeit hat sich vieles verändert: 
 

u.a. belegen neuste Erkenntnisse eindeutig die Ineffizienz solcher Anlagen - der 'politischer Wille' für solche Anlagen ist nicht mehr als argumentatives Mittel zu gebrauchen!

Wenn wir auf die vergangenen vier Jahre der Göllheimer kommunalpolitischen 'Arbeit' in Sachen Projekt Krematorium,
 

der 'Bio'gasanlage oder dem Umgang politisch querdenkender Bürgerinnen und Bürgern, zurückblicken, so können wir nur verständnislos mit dem Kopf schütteln.

Das Gemeinwesen muss in seinen ureigensten Interesse, von den politischen Kräften vor den ausschließlich gewinnorientierten, umwelt- sozial- und kulturell zerstörerischen Lobbysten der Privatwirtschaft geschützt werden.
Die einfachen Grundfragen : Wer profitiert davon?...
 

Ist das wirklich so?

...Warum wird etwas, wann und wie, von wem gesagt?...etc..., funktionieren konsequent gestellt immer noch und gerade vor Nebelkerzenwerfern mit angeblich überkomplexen Sachverhaltsdarstellungen als Expertenmasche wird gewarnt.

„Lassen Sie sich nicht alles gefallen auch NEIN ist eine Stimme!“ -
 

oder wie es
Hans A. Pestalozzi so schön formuliert: „Auf die Bäume Ihr Affen!“
...
Stellen Sie sich vor jeder geht hin und zieht seine Konsequenzen..!?



Waltgenbach/Koch, Progoellheim 

 

 

 

* Hinweis: Die Verarbeitung von 'Bio'müll in solchen Anlagen ist nicht unproblematisch:  

Ab 2015 wird das flächendeckende Sammeln von Biomüll aus den Haushalten verpflichtend. Es spricht zunächst nichts gegen eine Vergärung. Allerdings dürfen nach unserer Auffassung die Gärreste nicht als Dünger verwendet werden, weil sie bis zu 5 % andere Stoffe, wie z.B. Plastik (vgl. BPA-Belastung etc.), enthalten.