Die Häcksel-Reste stören

 

Ramstein-Miesenbach: Beschwerden über Transporte zur neuen Biogasanlage

 

Die erste Erntewelle hat die neue Biogasanlage im Ramsteiner Industriezentrum Westrich erreicht und bereits die ersten Beschwerden ausgelöst.  

Ganz so heftig wie im Vorfeld erwartet, fiel die Kritik allerdings nicht aus.

Vor allem in Hütschenhausen war eine erhebliche Lärmbelästigung und übermäßige Frequentierung der innerörtlichen Straße durch schwere Lastwagen und Traktoren-Gespanne befürchtet worden (wir berichteten mehrfach).  

 

Nun ist der Mais weitgehend geerntet, die ersten schweren Erntetransporte sind zur 1,5-Megawatt-Biogaseinspeiseanlage gerollt, und das Material wurde in die Silos gefüllt.  

Auf den Rückfahrten waren die Traktoren ohne Ladung unterwegs, denn die Anlage ist noch nicht in Betrieb - somit muss auch noch kein Gärrest abtransportiert werden.  

 

„Es waren schon Mordsgeschosse, die da durch die Hauptstraße in Hütschenhausen gerollt sind”, gibt Ortsbürgermeister Hajo Becker auf Anfrage Auskunft und meint, dass sich an der Situation wohl auf Jahre hinaus kaum mehr etwas ändern lässt. Kritik aus den Reihen der Bürger gab es laut Becker vor allem an der „unnötigen Straßenverschmutzung durch herunterfallendes Maishäcksel infolge der zügigen Durchfahrt ohne Wagenabdeckung”. Jedenfalls stand die Verschmutzung im Mittelpunkt der sieben Beschwerden, die am Bürgermeistertelefon vorgetragen worden seien.  

 

Allerdings sei auch die Aussage „Wir hätten nicht gedacht, dass es so schlimm werden kann!” bei ihm angekommen, sagt Becker.

Im Drei-Minuten-Takt seien am freien Montag, dem Tag der Deutschen Einheit, die Traktoren durch Spesbach nach Weltersbach gebrummt, um die dortige, schon länger bestehende Biogasanlage zu beschicken. „Das war zwar eine intensive Belastung, aber doch nur für begrenzte Zeit.”Von neun bis 14 Uhr seien die Trecker gerollt.  

 

Er habe nach den ersten Beschwerden die Leerfahrten der Bauern über die Feldwege gelenkt. „Weil es dort eng hergeht und kein Gegenverkehr möglich ist, können allerdings nicht alle Transporte auf diesem Wege abgewickelt werden”, stellt Ortsbürgermeister Becker klar.

 

„Auch im Ramsteiner Ordnungsamt war die Straßenverschmutzung durch Erntegut ein Thema”, gibt der Stadtbeigeordnete Ludwig Linsmayer Auskunft. Aus Richtung Weilerbach seien die Transporter zwar problemlos über die Umgehungsstraße nach Ramstein gerollt, allerdings kam es dort ebenfalls zu Verunreinigungen der Fahrbahn. (thea)

 

Quelle: Verlag: DIE RHEINPFALZ Publikation: Westricher Rundschau Ausgabe:Nr.241  

Datum: Montag, den 17. Oktober 2011  

Seite: Nr.24"Deep-Link"-Referenznummer: '8225823'  

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